Rückblick Zerlege-Seminar RIND

Bei uns rennt ihr offene Türen ein!

Kritik am Metzgerhandwerk, am Fleischessen und dem Massenkonsum von Produkten als Erzeugnis aus der Tierhaltung sind inzwischen ja schon fast an der Tagesordnung. Hinterfragt wird das Ganze aber selten. Der Metzger ist ein blutverschmierter Arbeiter, der arme Tiere auseinandernimmt und dann an die Gesellschaft verfüttert. Das klingt nach harten Worten, aber im Kopf vieler Menschen entsprechen sie der Realität. Deswegen ist es uns besonders wichtig, jedem, der bereit zum Dialog ist, Tür und Tor zu öffnen. Bei unseren Zerlegekursen ist jeder willkommen. Der Fleischliebhaber, Menschen die sich weiterbilden möchten oder auch der kritische Vegetarier.
Wir sind der festen Überzeugung, dass Arbeit hinter verschlossenen Türen nicht dazu beiträgt der Gesellschaft zu helfen zu verstehen, welche Philosophie wir und so viele andere Handwerksmetzger verfolgen.

Weg von Massenproduktion und Mast. Hin zu natürlich aufwachsenden Tieren, die auch wissen was Sonne und Wiese bedeuten. Dabei geht es uns nicht nur darum, dass die Fleischqualität hier deutlich höher ist. Es geht schon um den gesunden Menschenverstand. Wir Arbeiten mit Lebewesen, die für uns genau dieses „Leben“ gelassen haben. Dafür sind wir nicht nur dankbar, wenn wir das Fleisch genießen, sondern zu jedem Zeitpunkt von der Geburt, über die Schlachtung bis hin zum Zerlegen.

Mit welcher Ehrfurcht vor dem Tier wir hier vorgehen, hoffen wir bei unseren Kursen zeigen zu können. Es ist eben nicht nur ein Stück Fleisch, aus dem ein Produkt gewonnen wird. Jeder Schnitt muss sitzen um möglichst wenige Abfälle zu produzieren. Selbst wenn diese natürlich auch weiter verwertet werden können. Jede Bewegung mit dem Messer folgt einem klaren Prinzip. Keiner sticht hier grob um sich und schaut, was dabei herauskommt.
Während wir unsere Arbeit zeigen, sind wir natürlich auch immer offen für den Dialog. Dabei freut es uns zu erfahren wie viele Menschen genau diese Punkte an konventioneller Mast verurteilen, gegen die wir schon so lange angehen möchten.

Es ist nicht der Böse, der das Fleisch verarbeitet und schon gar nicht der, der es verzehrt. Zu belangen sind jene, die billige Preise für viel Produkt fordern und dabei vergessen, welchen Wert sie tatsächlich in der Hand halten. „Beim Discounter bekommt man Fleisch inzwischen billiger als die dazugehörigen Beilagen!“, wie Joseph Huber eindrucksvoll vorrechnet. „Aber es liegt auch nicht nur an der mangelnden Aufklärung“, meint er weiter. „In Deutschland haben wir Schulpflicht und jeder sollte in der Lage sein zu überschlagen, dass die aufgerufenen Preise nicht mit guter Haltung und Verarbeitung einher gehen können.“

Aussagen, die für Diskussionsstoff sorgen. Aber genau dafür ist dieses Zusammenkommen da: Weiterbildung und Austausch.Nach angeregten Unterhaltungen während des Zerlegevorgangs werden diese dann natürlich beim gemeinsamem Grillen fortgesetzt. Hier kann sich jeder noch einmal direkt klar machen, welche Qualität hinter unserer Arbeit steckt.
Deswegen freuen wir uns über jeden Teilnehmer. Egal ob er Kunde in unseren Fachgeschäften ist oder nicht. Nichts ist so wichtig wie die Offenheit für Neues. Damit ihr als Verbraucher wisst, was wirklich auf dem Teller landet. Dann kann man auch guten Gewissens mal ein schönes Stück Steak am Abend genießen!